The Sunday Times
Gerry McCarthy
"Boodied but unbowed"
14. September 2008
Wieder und immer wieder hat er Kinder gemalt, in Situationen von Butalität
und Gewalt. Er hat christliche Ikonografie benützt, Nazioffiziere und randalierende
Soldaten Bildern kindlicher Unschuld gegenübergestellt. Impulsive Reaktionen
waren die Folge: auf eine installation in Köln wurde von Neonazis ein Anschlag
verübt. Und doch sagt er, es sei ihm nicht darum zu schockieren, "Schock
ist ein sinnloser Effekt", sagt er. "Jemanden zu schockieren ist völlig
sinnlos, ich will jemanden dazu bringen nachzudenken."
Helnweins Werk spricht von einem tiefen psychologischen Bedürfnis nach Sinn,
selbst wenn er die Form von Gewalt und Konfrontation annimmt. Diese Herangehensweise
hat ihre Wurzeln in der beunruhigenden Stille seines Aufwachsens im Nachkriegs-Österreich
und den zerstörten Illusionen seines frühen Erwachsenenlebens, und
trozdem ist er immer noch durchdrungen von einem ruhelosen Idealismus. Seine
Kunst hat ihm aber auch materiellen Gewinn gebracht. In den letzten 30 Jahren
ist er ein Superstar der Kunst geworden. Seine Gemälde und Fotografien
erzielen enorme Preise. Als er in seinem Schloss in Tipperary mit uns sprach,
ganz in Schwarz gekleidet mit dunklen Brillen, wirkt Helnwein wie ein alter
Rockstar mit einem Lebensstil der dazu passt.
http://www.gottfriedhelnwein.ie/presse/international_press/artikel_3635.html